Größe: 4–30 Meter
Lebensdauer: 100–700 Atlasjahre
Fortpflanzung: klebrige samenfaeden ueber schutzsuchende fauna
Info
Beschreibung
Die Blattensenke (Radicavum colossus) ist eine gigantische, unterirdisch wachsende Megaflora des Graslands. Obwohl sie oberirdisch meist nur durch ihre gewaltige sogenannte 'Blatte' sichtbar wird, befindet sich der eigentliche Organismus tief unter der Erde. Die Pflanze bildet über Jahrhunderte hinweg eine massive Speicherwurzel aus, die sich bis zu fünfzehn Meter tief in den Boden gräbt und enorme Mengen Wasser und Nährstoffe einlagert.
Die Blatte
Die oberirdische Blatte ist kein gewöhnliches Blatt, sondern ein hochspezialisiertes Photosyntheseorgan mit extrem dichter, gummiartiger Struktur. Ihre Oberfläche erinnert entfernt an dunkles Hartgummi oder elastisches Leder und gilt als nahezu undurchdringbar. Selbst scharfe Werkzeuge können die äußeren Schichten nur schwer beschädigen. Die Blatte dient der Energieversorgung des unterirdischen Organismus und bleibt oft über Jahrhunderte funktional bestehen. Alte Exemplare erreichen Durchmesser von über dreißig Metern und werfen gewaltige Schattenflächen über das Grasland.
Landschaftsformung
Während die Wurzel über Jahrhunderte weiter in die Tiefe wächst, sackt die Erde um sie herum langsam ab. Dadurch entstehen charakteristische Senken und Kraterstrukturen, welche Regenwasser sammeln und in tiefere Bodenschichten leiten. Die Pflanze nutzt diese Wassersammler zur langfristigen Speicherung von Feuchtigkeit. Besonders alte Blattensenken prägen ganze Landschaftsabschnitte und bilden windgeschützte Mikroklimata innerhalb des offenen Graslands.
Fortpflanzung
Zur Fortpflanzungsphase entwickelt die Unterseite der Blatte feine, klebrige Samenfäden. Kleine Tiere, die unter der Blatte Schutz vor Sonne, Wind oder Räubern suchen, bleiben an diesen Fäden haften und tragen sie über weite Distanzen durch das Grasland. Ein Großteil der Samen wird jedoch bereits während der Wanderung gefressen oder verliert seine Vitalität. Zusätzlich verhindern bestehende Wurzelsysteme durch Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe die erfolgreiche Keimung neuer Blattensenken in ihrer Umgebung. Dadurch bleiben junge Exemplare extrem selten.
Wasserstellen und Montys
Blattensenken selbst sind für Montys meist schwer zugänglich, da die wasserführenden Bereiche unter der tiefhängenden Blatte liegen und die Tiere zu groß sind, um darunter zu gelangen. Nach starken Regenzeiten oder nach der Entfernung alter Blattensenken sammeln sich jedoch größere Wassermengen in den verbleibenden Kratern. Solche offenen Senken werden zu wichtigen Wasserstellen für wandernde Montys und prägen langfristig deren Bewegungsrouten durch das Grasland.
Rituale der Noorvin
In seltenen, generationsübergreifenden Ritualen bergen die Noorvin vollständige Blattensenken aus dem Boden. Dies geschieht bevorzugt nach langen Trockenzeiten, wenn die tiefreichenden Wurzeln weniger Wasser enthalten und leichter transportiert werden können. Die Bergung gilt als monumentale Gemeinschaftsaufgabe und dauert oft mehrere Tage. Die gewaltige Wurzel wird anschließend getrocknet, eingelegt oder geräuchert und zu hochgeschätzten Gewürzen verarbeitet, deren Geschmack als erdig, schwer und mineralreich beschrieben wird. Die Blatte selbst wird in aufwendigen Verfahren zu widerstandsfähigen Schilden, Rüstungsteilen, Werkzeuggriffen und Schutzmaterialien verarbeitet.
Beständigkeit
Blattensenken gehören zu den langlebigsten bekannten Pflanzenorganismen des Graslands. Alte Exemplare zeigen kaum sichtbare Alterungserscheinungen außer ihrer zunehmenden Größe und Tiefe. Natürliche Todesfälle sind extrem selten und bislang kaum dokumentiert. Die meisten bekannten Exemplare verschwanden durch Einsturz, großflächige Trockenperioden oder gezielte Bergung durch intelligente Spezies.